Der Rahmenlehrplan

Die Inhalte sollen sowohl in den Betrieben wie auch im Seminar vermittelt werden. Landwirtschaftliche und Gärtnerische Inhalte sind in einigen Punkten besonders benannt und müssen je nach Schwerpunkt des Lehrlinges/Lehrjahres vermittelt werden.

Die einzelnen Module können je nach Lernsituation in ihrer zeitlichen Reihenfolge variieren. Die Inhalte die im ersten und zweiten Lehrjahr vermittelt werden, sollen und müssen im dritten und vierten wiederholt und vertieft werden, auch wenn sie nicht mehr ausdrücklich genannt sind.

Lehrjahr 1+2

Erarbeitung der Grundlagen
Hoforganismus
  • Der geschlossene Betriebskreislauf. Der Mensch. Die Jahresfeste
Ernährung
  • Die verschiedenen Qualitäten von Blatt, Wurzel, Blüten und Frucht in Bezug auf den Menschen.
Berufsbild
  • Gartenbau und Landwirtschaft in der Geschichte. Landwirtschaft, Handwerk und Industrie im Spannungsfeld unserer Gesellschaft.
  • Arbeitsschutz: Gefahren erkennen, Schutzvorrichtungen, Berufsgenossenschaft
  • Mensch und Arbeit: Arbeitsorganisation, Verhinderung von Überforderung Kommunikation und Methoden zum Erlangen sozialer Kompetenz
Präparate
  • Herstellung und Anwendung, Bedeutung für den Hoforganismus
  • Hintergründe zum Verständnis
Pflanzenkunde/Botanik
  • Systematik: Pflanzenfamilien, Pflanzenarten, Ordnung im Pflanzenreich
  • Goetheanistische Sicht auf die Pflanze
  • Physiologie: Pflanzenaufbau, Zelle (Aufbau und Funktion), Mitose und Meiose, vegetative Vermehrung
Tierkunde
  • Systematik: Tierfamilien, Tierarten, Ordnung im Tierreich
  • Physiologie: Aufbau des Organismus (Warmblüter), Zelle, Vermehrung
Technik (Gartenbau)
  • Geräte und Maschinen im Gemüsebau: Bodenbearbeitungs-, Sä-, Hack-; und Erntemaschinen für den Gemüsebau
  • Beregnungstechnik: Verschiedene Beregnungsverfahren. Problematik der Beregnung
  • Gewächshaustechnik: Lüftung, Heizung, Bewässerung, Klimaregelung
  • Lagertechnik: Lagermöglichkeiten und Lagerbedingungen kennenlernen
Technik (Landwirtschaft)
  • Geräte und Maschinen in der Landwirtschaft: Bodenbearbeitung, Futterwerbung, Drillmaschinen etc.
  • Melkanlagen
Evolution und Vererbungslehre
  • Darwin, Mendel, Steiner
Bodenkunde
  • Bodenentstehung, Verwitterungsprozesse: Mechanische, physikalische und chemische Verwitterung. Vom Felsen über Gesteine zum Boden, zur Wüste, Bodenbildungskräfte
  • Bodenarten: Gley, Pseudogley, Parabraunerden, Podsol und Schwarzerden
  • Bodenaufbau: Ton, Schluff, Sand und Humus, und ihr Koloidaufbau, Nährstoffhaltekräfte, Wasserkapazität, Fingerprobe und Bodenzusammenhang

Künstlerisches Arbeiten

Literaturarbeit zum Thema Anthroposophie

Herbarium anlegen

  • Kenntnisse der wichtigsten Nutzpflanzen und Beikräuter.

Landtechnikkurs

Ernährungslehre: konventionell und anthroposophisch

Bodenbearbeitung:
  • 1. Landwirtschaftlich
  • 2. Gärtnerisch
  • Verschiedene Techniken erklären
Nutzpflanzen:
  • Getreide: Anbau, Düngung, Ernte, Lagerung
  • Futterbau: Anbau, Düngung, Ernte, Heu und Silage
  • Feldgemüse, Feingemüse, Kräuter: Anbau, Düngung, Ernte Lagerung
Pflanzenschutz
  • Diagnose (Bestimmen von Mangelerscheinungen, Krankheiten, Schädlinge)
  • Maßnahmen (Nützlinge, Pflanzeninteraktionen, Schutznetze,Stärkungsmittel...)
Nutztiere:
  • Rinder: Milchvieh, Mutterkühe, Ammenkühe, Bullen, Färsen, Futterrationen berechnen
  • Schweine: Ferkelerzeugung, Mast, Futterrationen berechnen
  • Hühner: Eierproduktion, Hähnchenmast, Futterrationen berechnen
  • Bienen: Bedeutung, Lebensweise
  • Umgang mit Tieren/ Tierverhalten
Kultur- und Arbeitsverfahren im Gemüsebau
  • Kulturführung der gängigen Gemüse
  • Anzucht und Klimaführung im Gewächshaus. Kulturverfahren und Arbeitsabläufe im Freiland
  • Betriebshilfsmittel: Folien, Vliese, Netze
  • Organisation und Planungen von Betriebsstruktur
  • Betriebsinterne Verkehrsdynamik. Einrichten von Arbeitsabläufen.
  • Jahresgestaltung: Anbauplanung mit Blick auf kontinuierliche Vermarktung und Arbeitsspitzen
Kultur und Arbeitsverfahren im Obstbau
  • Kulturführung von Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Heidelbeeren etc.
  • Pflege der Kulturen
  • Schädlingsbekämpfung
  • Ernte und Lagerung
  • Vermarktung
Phytopathologie:
  • Krankheiten der Nutzpflanzen vorbeugen, erkennen, bekämpfen
  • Selbstverträglichkeit der Nutzpflanzen
Zoopathologie:
  • Krankheiten bei den verschiedenen Tieren vorbeugen, erkennen, heilen
  • Allopathie oder Homöopathie?
Düngung:
  • Betrachtung und Vergleich verschiedener organischer Dünger
  • Mist, Kompost, Gülle, Jauche
  • Nährstoffdüngung: Kalium, Phosphor, Schwefel etc.
  • Wachstumsfaktoren: konventionelle und bio-dyn. Sichtweise
  • Bedeutung des Stickstoffs
  • Gründüngung, Zwischenfrüchte
Nährstoffbedarf einzelner Kulturen
  • Bodenproben, Nährstoffgehalte
Fruchtfolge:Verstehen und Erstellen von Fruchtfolgen
  • Bedeutung der Vorfrucht

Präparate: herstellen und anwenden

Rinderhaltungskurs/Milchviehkurs

Lehrjahr 3 + 4

Vertiefung
Landtechnik
  • Landwirtschaftlich und gärtnerisch
Entwässerung (verschiedene Arten der Drainage) und Bewässerung
  • Bedeutung und Technik
Ökonomische Prozesse in der Landwirtschaft:
  • Betriebswirtschaft, Buchführung, EU-Zuschüsse, Cross Compliance
Recht
  • Arbeitsrecht, Jugendschutzgesetz, Tarifrecht…
  • Gesellschaftsrecht (GbR, GmbH, Genossenschaft, OHG)EG- und Subventionsrecht
  • Versicherungen: Sozial- und Haftpflichtversicherungen

Konventionelle und ökologische Landwirtschaft: Wo liegen die wichtigsten Unterschiede?

Finden des Themas der Jahresarbeit

Abschluss: Wiederholung des Gelernten und Vorbereitung auf diePrüfung

Jahresarbeit

Landwirtschaftliche Ethik

Globalisierung/ EU- Recht.

Individuelle Förderung Einzelner.